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The first 100 days of a DAX CIO

Published by Ewelina Sayman
July 09, 2026 @ 9:10 AM

Michael Kollig über Transformation, KI und die Zukunft der IT bei Infineon

Wie verändert sich die Rolle eines CIOs in einer Zeit, in der technologische Innovation, Künstliche Intelligenz und digitale Transformation die Agenda globaler Unternehmen prägen? Über diese und weitere Fragen sprach Mark Hayes, Geschäftsführer CIONET Germany, beim CIONET Sommerfest am 2. Juli in München mit Michael Kollig, Executive Vice President und CIO von Infineon Technologies.

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Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Michael Kolligs erste Monate in seiner neuen Rolle, die Weiterentwicklung einer modernen IT-Organisation sowie die strategische Bedeutung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz für ein weltweit führendes Halbleiterunternehmen.

Vom Industrieexperten zum CIO bei Infineon

Zu Beginn des Gesprächs blickte Michael auf seinen vielseitigen beruflichen Werdegang zurück. Seine Karriere führte ihn durch unterschiedliche Industrien – von Konsumgütern über Telekommunikation und Pharma bis hin zur Luftfahrt und schließlich zu Google. Über alle Stationen hinweg verfolgte er einen klaren Grundsatz: Technologie ist kein Selbstzweck, sondern muss einen messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg leisten.

Besonders die Zeit bei Google habe seinen Blick auf Technologie, Innovation und Organisationsentwicklung geprägt. Dort erlebte er eine Arbeitsweise, die auf hohe Eigenverantwortung, schnelle Entscheidungen und ausgeprägte Technologiekompetenz setzt. Gleichzeitig habe ihn diese Erfahrung darin bestärkt, dass etablierte Industrieunternehmen andere Rahmenbedingungen mitbringen und Veränderungen deshalb immer im jeweiligen Unternehmenskontext umgesetzt werden müssen.

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Die ersten Monate: Zuhören, Vertrauen aufbauen und Prioritäten setzen

In den ersten Wochen seiner neuen Rolle lag der Fokus darauf, das Unternehmen, die IT-Organisation und die wichtigsten Stakeholder umfassend kennenzulernen. Bereits vor seinem Einstieg führte Michael Gespräche mit allen Vorstandsmitgliedern, um ein gemeinsames Verständnis über die zukünftige Ausrichtung der IT und ihre Rolle innerhalb des Unternehmens zu entwickeln.

Nach seinem Start suchte er gezielt den Austausch mit den verschiedenen Geschäftsbereichen, Produktionsverantwortlichen und weiteren internen Partnern. Ziel war es, die Erwartungen an die IT besser zu verstehen und gleichzeitig ein realistisches Bild über die Stärken und Entwicklungspotenziale der Organisation zu gewinnen.

Auch innerhalb seines globalen Teams setzte Michael früh auf Transparenz und Nähe. Regelmäßige All-Hands-Meetings finden an wechselnden internationalen Standorten statt, Führungskräfte übernehmen Verantwortung für deren Gestaltung und Mitarbeitende erhalten über offene Gesprächsformate die Möglichkeit, direkt mit dem CIO in den Austausch zu treten.

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IT auf die entscheidenden Wertschöpfungsbereiche ausrichten

Mit rund 2.000 IT-Mitarbeitenden weltweit verantwortet Michael eine Organisation, die eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung von Infineon spielt. Seine Aufgabe sieht er vor allem darin, technologische Kompetenzen gezielt auf jene Bereiche zu konzentrieren, in denen sie einen echten Wettbewerbsvorteil schaffen.

Standardtechnologien sollten konsequent dort eingesetzt werden, wo sie verfügbar und sinnvoll sind. Eigene Entwicklungen seien insbesondere dann gerechtfertigt, wenn sie die Innovationskraft des Unternehmens unmittelbar stärken – beispielsweise bei der Digitalisierung von Entwicklungs- und Produktionsprozessen oder bei der Nutzung großer Datenmengen aus der Halbleiterfertigung.

KI strategisch in die Organisation bringen

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Michael machte deutlich, dass klassische KI-Verfahren bei Infineon bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt werden – etwa in Bereichen wie Qualitätskontrolle, Automatisierung und Prozessoptimierung.

Die aktuelle Herausforderung liege darin, generative KI und agentenbasierte Anwendungen kontrolliert, sicher und skalierbar in die Organisation zu integrieren. Deshalb wurden bestehende Pilotprojekte bewertet und teilweise beendet, wenn keine realistische Perspektive für einen produktiven Einsatz erkennbar war.

Parallel arbeitet die IT am Aufbau einer unternehmensweiten Plattform, die es ermöglicht, neue KI-Anwendungen innerhalb klar definierter Rahmenbedingungen zu entwickeln und bereitzustellen.

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Transformation braucht klare Entscheidungen

Neben neuen Initiativen verantwortet Michael auch laufende Transformationsprogramme. Bestehende Großprojekte werden konsequent weitergeführt, gleichzeitig seien bei strategischen Themen – etwa der Cloud- oder SAP-Ausrichtung – klare Entscheidungen notwendig, um langfristige Planungssicherheit zu schaffen.

Dabei betonte er, dass Transformation nicht allein durch Technologie gelingt. Ebenso entscheidend seien eine klare Kommunikation, ein gemeinsames Verständnis im Führungsteam und die Bereitschaft, Verantwortung für getroffene Entscheidungen zu übernehmen.

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Fragen aus dem Publikum

Im anschließenden Austausch wurden verschiedene aktuelle Themen vertieft. Diskutiert wurde unter anderem, welche Anforderungen eine unternehmensweite Plattform für agentenbasierte KI erfüllen muss und wie sich der wirtschaftliche Nutzen von KI-Investitionen künftig noch besser messen lässt.

Weitere Fragen beschäftigten sich mit digitaler Souveränität und der Rolle europäischer Unternehmen im globalen Technologiewettbewerb. Michael erläuterte, dass Datensouveränität, Betriebssicherheit und geopolitische Risiken differenziert betrachtet werden müssten. Europa verfüge über wichtige technologische Stärken, diese müssten jedoch noch konsequenter gemeinsam genutzt werden.

Auch regulatorische Anforderungen waren Thema der Diskussion. Michael sprach sich dafür aus, gesetzliche Vorgaben konsequent umzusetzen, gleichzeitig aber unnötige interne Komplexität zu vermeiden. Regulatorik müsse Unternehmen dabei unterstützen, Risiken wirksam zu steuern, ohne Innovationsfähigkeit und Effizienz unnötig einzuschränken.

Zum Abschluss ging es um die Rolle des CIO und die Bedeutung von Führung in Zeiten kontinuierlicher Transformation. Michael betonte, dass CIOs heute weit über den klassischen IT-Betrieb hinaus Verantwortung übernehmen. Entscheidend sei, Technologie mit den Geschäftsanforderungen zu verbinden, Veränderungen aktiv voranzutreiben und gleichzeitig früh sichtbare Ergebnisse zu erzielen.

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Wir möchten Michael Kollig herzlich für seine Zeit, seine Offenheit und den wertvollen Wissenstransfer beim CIONET Sommerfest danken. Seine Einblicke in die Herausforderungen eines CIO-Wechsels, die Weiterentwicklung einer globalen IT-Organisation sowie seine Perspektiven auf Künstliche Intelligenz und digitale Transformation haben gezeigt, welche Themen die CIO-Agenda heute maßgeblich prägen.

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Posted in:CIONET Germany

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